Presseinformation der Staatsanwaltschaft Verden (Aller) Nr. 06/11 vom 16.06.2011
Verden, Stuhr, Groß Ippener, Bremen und Syke
Zwei Geschäftsführer aus Stuhr und Bremen und ein Mitarbeiter des Daimler-Werks in Bremen müssen sich vor der großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Verden verantworten. Mit der 35-seitigen Anklageschrift der Zentralstelle für Korruptionstrafsachen bei der Staatsanwaltschaft Verden wird ihnen Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und Untreue vorgeworfen.
Einer der Angeklagten, ein 70-jähriger Diplomingenieur soll nach der Anklage seit November 2004 mit mehreren Mitarbeitern der Daimler AG Vereinbarungen über Geldzahlungen getroffen haben. Das Geld sollte der Verschaffung von Aufträgen durch die Daimler AG an die von ihm geführten Firmen dienen. Der zweite 44-jährige Geschäftsführer soll ab dem Jahr 2008 diese Praxis in Absprache mit seinem in den Ruhestand gegangenen Vorgänger fortgeführt haben. Die Staatsanwaltschaft hat in der Anklageschrift 58 Straftaten der Geschäftsführer aufgeführt, von den 23 beide gemeinsam begangen haben sollen.
Der 61-jährige Mitarbeiter der Daimler AG soll für eine bevorzugte Auftragsvergabe in 35 Einzelfällen in den Jahren 2004 bis 2009 insgesamt über 170.000 EUR kassiert haben.
Weitere Mitarbeiter der Daimler AG, gegen die gesondert ermittelt wird, sollen in den weiteren Fällen insgesamt fast 150.000 EUR an „Schmiergeldern" erhalten haben. Finanziert werden sollten diese Zahlungen ebenfalls zum Nachteil der Daimler AG. So besteht der Verdacht, dass der angeklagte Mitarbeiter der Daimler AG eine Rechnung über die Lieferung von Bauteilen über ca. 50.000 EUR abgezeichnet haben soll, obwohl es die Lieferung überhaupt nicht gegeben habe. Auch Arbeitsstunden sollen von ihm abgezeichnet worden sein, obwohl sie nie geleistet worden sind.
Auf die mutmaßlichen Straftaten wurden die Ermittler im Rahmen von Betrugsermittlungen in anderer Sache aufmerksam. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft gingen über Jahre. Sie wurden durch die Fa. Daimler unterstützt.
Die Angeklagten befinden sich auf freiem Fuß. Wann eine Hauptverhandlung stattfinden wird, steht noch nicht fest.
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